INTERVIEWS

Jordi Castanyer: “Es gab keine Sonntage und keinen Urlaub, wir hatten einfach viel zu viel zu tun”

COMPARTE:
ico-facebook ico-twitter ico-google plus ico-linkedin ico-linkedin
ico-facebook ico-imprimir
ibwirtschaft.com - martes, 2 de mayo 2017 | 6:00 Hrs. Jordi Castanyer

 

Auf die Frage, warum die Unternehmer heutzutage ein schlechtes Image haben, hebt Jordi Castanyer (Soller, 1942) seine Hände, deren Haut durch die Chemikalien zerstört ist, mit denen er seit seiner Jugend arbeitet: „Dagegen kann man nicht viel tun, denke ich. Die Geschäftswelt ist nie einfach, besonders in einem kleinen Familienunternehmen wie dem unsrigen.“

Jordi Castanyers Vater, Tomeu, war Elektrolyt-Techniker, und das bestimmte die Zukunft des Erstgeborenen der Familie. Während seine Brüder die Universität besuchten, arbeitete Jordi bereits nach seinem Schulabschluss mit 17 Jahren im elterlichen Betrieb. „Mein Vater schaffte es nicht allein, also stellte ich mich der Verantwortung.“ Nebenbei studierte er Sprachen und Rechnungswesen“Sprachen haben in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Meine Frau ist Holländerin“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Der Vater hatte eine klare Vision für sein Unternehmen. Er gründete die Firma Depur-Clor in Sa Pobla und die erste Seifenfabrik auf Mallorca, La Roqueta. Das Unternehmen entwickelte unter anderem das Bleichmittel „El Parado“, das heute noch auf dem Markt ist. Die Familie Castanyer waren Pioniere, die als erste Bleichmittel in Kunststoff-Behältern verkauften.

Zu Beginn galt es, viele Schwierigkeiten zu überwinden. Die Kredite waren hoch, „14 Prozent, es grenzte an Wucher“, und der Tourismusboom auf den Balearen führte zu einer Steigerung der Transportkosten und der Preise für Rohstoffe und Strom.

Zunächst befand sich die Firma in der ersten Etage des Familiensitzes“Das erleichterte unsere Arbeit am Anfang sehr, da wir immer vor Ort waren. Wir haben eigentlich ständig gearbeitet. Durch und durch ein richtiges Familienunternehmen.“ Es war im Jahr 1966, als das Unternehmen Depur-clor nach Son Castelló übersiedelte. Der Umgang mit gefährlichen Behandlungschemikalien machte es ratsam, in das gerade entstehende Gewerbegebiet umzuziehen.

Man begann, eine spezielle Seife zur Reinigung von Milchflaschen herzustellen und arbeitete für die Asociación General Agraria Mallorquina (AGAMA) und für die katalanische Marke Letona. 

Die wichtigsten Kunden für das Unternehmen waren jedoch die Hotels & Resorts der Balearen, die Depur-Clor für die Reinigung ihrer Schwimmbäder bestellten.

Seite an Seite arbeitete Jordi mit seinem Vater lernte Jordi viele Dinge von ihm. „Einige der Ratschläge, die mein Vater mir gab, waren, die Kunden nie zu täuschen, die höchste Qualität zu bieten, immer zuverlässig zu sein und den Kunden für ihr Vertrauen zu danken. Das ist etwas, vielen Unternehmen heute fehlt.“

Auszüge des Interviews veröffentlicht in “Empresarios con Valor”

 ©Antonio Travería
 ©Mª José Merino

 

Tags: , , , ,


COMPARTE:
ico-facebook ico-twitter ico-google plus ico-linkedin ico-linkedin
ico-facebook ico-imprimir

Noticias relacionadas