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“Die Gegensätze in Andratx sind einfach unwiderstehlich”, Bürgermeister Jaume Porsell

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ibwirtschaft.com - miércoles, 1 de marzo 2017 | 11:15 Hrs.

 

Familienvater, Gastronom, Politiker. Jaume Porsell, seit 2015 Bürgermeister der Gemeinde Andratx im Südwesten Mallorcas, ist ein vielbeschäftigter Mann. Ibwirtschaft.com sprach mit ihm über die Liebe zu seiner Heimat, seine Passion für die Politik und über sein größtes Problem: die fehlende Zeit.

Sie haben mit der Bar Central in Puerto Andratx ein gut gehendes Restaurant und sind schon dadurch sehr ausgelastet. Was hat Sie bewogen, sich auch noch in der Politik zu engagieren?

Als junger Mann kam ich eher zufällig zur Politik, habe aber schnell gemerkt, dass mich die politische Arbeit sehr gefangen nimmt. Seit 2003 habe ich mehrere politische Ämter für meine Partei PP (Partido Popular) innegehabt, war unter anderem auch Stadtrat in Palma. Doch meine eigentliche Passion ist die Lokalpolitik.

Wie meistern Sie den Alltag mit zwei beruflichen Tätigkeiten?

Das ist tatsächlich kompliziert und funktioniert nur durch das große Verständnis meiner Familie und meines Umfeldes. Wochenenden und Abende mit Familie und Freunden sind rar gesät.

Wie kann man heutzutage junge Leute – so wie Sie damals – für die Politik begeistern?

Eine sehr gute Frage, ich wünschte, ich hätte ein Patentrezept dafür. Das Problem ist, dass die jungen Leute – bedingt durch die politischen Skandale der letzten Jahre – ihr Vertrauen in die Politik verloren haben. Dies muss nun wiederhergestellt werden. Und das geht nur durch absolute Ehrlichkeit, Transparenz und mit großem Einsatz.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Lage in Andratx?

Die wirtschaftliche Lage der Gemeinde ist sehr gut. Doch wir müssen Rücklagen bilden und dürfen – so will es die Zentralregierung – nicht so viel Geld in dringend benötigte Projekte investieren, wie wir es gern täten.

Welche Projekte? Was wird sich in naher Zukunft in Andratx verändern, welche Pläne stehen an?

Ganz oben auf der Liste steht ein neues Jugendzentrum. Dringend benötigen wir mehr Parkplätze und die Urbanisationen Cala Moragues und La Mola müssen fertiggestellt werden. Straßen müssen asphaltiert werden. Und dann ist da noch das Problem mit den Trockenliegeplätzen für Boote, für das wir dringend eine Lösung brauchen … die Liste ist lang.

Auf nationaler Ebene schlagen sich die Politiker der verschiedenen Parteien die Köpfe ein, überschütten sich gegenseitig mit Vorwürfen. Hier in Andratx scheint das anders zu laufen…

Das ist richtig. Uns geht es in erster Linie um die Sache und darum, das Beste für unsere Gemeinde und unsere Mitbürger zu erreichen. Und das auch überparteilich…

Andratx bietet mehr als 11.000 Menschen ein Zuhause. Welche drei Dinge sollten Jung und Alt hier auf jeden Fall einmal gesehen oder erlebt haben?

Für mich persönlich ist die Altstadt von Andratx-Stadt, rund um die Kirche, ein absolutes Muss. Der Sonnenuntergang in Puerto Andratx ist spektakulär. Und die Ausblicke vom Höhenkamm „Serra de Garrafa“ sind überwältigend. Ich könnte endlos weiterreden…

Soviel also zum Bürgermeister Jaume Porsell. Dürfen wir Ihnen ein paar private Fragen stellen?

Gerne. Nur zu.

Wenn nichts unmöglich wäre, was wäre ihr idealer Beruf?

Immer wieder Politiker.

Mit wem würden Sie gerne für einen Tag tauschen?

Mit einem Profi-Fußballer meines Lieblingsvereins Real Madrid.

Welchen Teil der Zeitung lesen Sie zuerst?

Den Lokalteil selbstverständlich.

Was bedeutet Luxus für Sie?

Zeit, um Sie mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen.

Und das am liebsten wo?

Ich verbringe meine Zeit am allerliebsten auf der Finca meiner Familie. Trecker fahren, mit den Tieren umgehen und gemeinsame Essen mit Familie und Freunden sind für mich die schönste Erholung vom Alltag.

Wie halten Sie sich fit?

Wenn sich Zeit findet, fahre ich sehr gerne Fahrrad. Bis zu 250 Kilometer in der Woche. Wenn sich Zeit findet…

Was haben Sie immer dabei?

Mein Handy und Fotos meiner Frau und meiner Tochter.

Wen fragen Sie um Rat?

Ganz klassisch. Meinen Vater.

Wohin würden Sie gerne reisen?

Nach New York.

Wo würden Sie sich heutzutage eine Immobilie anschaffen und warum?

In Puerto Andratx. Für mich einer der schönsten Orte der Welt. Wir haben Berge und Meer, Licht und Dunkel, quirliges Leben und erholsame Ruhe. Diese Gegensätze sind einfach unwiderstehlich.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Leben und leben lassen.

Und zu guter Letzt: wo treffen wir Sie in fünf Jahren?

Hoffentlich in der Politik, aber auf jeden Fall in Puerto Andratx und in der „Bar Central“.

 

 


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