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“Ein Unternehmen ist ein Team”, Margarita Dahlberg Coll

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ibwirtschaft.com - domingo, 21 de mayo 2017 | 6:00 Hrs.

 

Bereits als kleines Mädchen begeisterte sich Margarita Dahlberg Coll für die die Welt der Schifffahrt. Sie liebte es, Dinge zu reparieren, und das mit besonderer Geschicklichkeit. Als sie älter wurde, folgte sie dem Rat ihres Vaters und studierte Elektronik. Zunächst wollte man sie für das Studium gar nicht zulassen, weil sie eine Frau war. Doch sie belehrte alle eines Besseren und erreichte hervorragende Resultate in den geforderten Fächern wie Mathematik und Physik.

Während ihres fünfjährigen Studiums (von 1974 bis 1979) musste die junge Frau sich in einer Männerdomäne behaupten – fast alle Kommilitonen waren Männer – und ihre Professoren davon überzeugen, dass sie nicht dort war, um ihre Zeit zu verschwenden, sondern um zu lernen und den Abschluss zu machen. “Meine Studien waren sehr komplex. Die Berufsbildung war damals sehr gut und wir hatten eine Vielfalt von Fächern, die mit dieser Formation zusammenhängen. Leider hat in den letzten Jahren die Berufsbildung den größten Teil ihres Wertes verloren.“

Obwohl ihr Vater sie immer unterstützte, ließ er sie auch ihre eigenen Erfahrungen sammeln und Fehler machen, denn: „Mein Vater wandte bei mir eine ganz einfache Philosophie an. Er gab mir nicht den Fisch, sondern er lehrte mich, zu fischen. Damit ich dafür gerüstet war, alles auch allein zu schaffen.“

Nach einer Weiterbildung in England – hier erhielt sie als erste Frau ein Zertifikat für fortschrittliche Technikerkonzepte –  gründete Margarita im Jahre 1980 die Firma B & G. Im Jahr 1984 teilte sich das Unternehmen in zwei große Sektoren: auf der einen Seite widmete sich Margarita der Schiffselektronik, auf der anderen Seite tat ihre Schwester Rosa das gleiche in der Gesundheitsabteilung. Im selben Jahr wurde auch Margaritas Ehemann in die Technikerabteilung des Unternehmens integriert.

Ein wichtiger Moment in Dahlbergs Geschichte war die Erlangung der ISO 9001 im Jahr 2003. “Wir waren die ersten, und es erlaubte uns, alle Arbeitsprotokolle zu standardisieren und unsere Effizienz zu verbessern. Noch heute arbeiten wir nach diesen Grundsätzen.“

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Verlegung der Firmenzentrale in das Gewerbegebiet Son Rossinyol in Palma im Jahre 2006. „In dieser Zeit wurden alle unsere Erwartungen übertroffen. Wir hatten 17 Angestellte und belieferten die überwiegende Mehrheit der spanischen Werften. Tatsächlich machten wir 70 Prozent unseres Umsatzes auf dem Festland, während lediglich 30 Prozent auf Mallorca erwirtschaftet wurden.“

Dann kam die Krise … “Wir haben die ersten Auswirkungen im Jahr 2006 bemerkt”. Die Einnahmen gingen drastisch zurück und die Lösung für dieses Problem war überhaupt nicht einfach. “Ich habe nie daran gedacht, die Firma zu schließen, auch wenn es schwierig war, alle Rechnungen zu begleichen,“ erzählt die Unternehmerin.

Das Unternehmen musste sich umstrukturieren, die Löhne abbauen und neue Strategien entwickeln, um diese Situation zu überstehen. “Auf dem Gebiet der Elektronik konnten wir nicht auf nationaler Ebene arbeiten, wie wir es wünschten, denn die Firma B & G wurde als Folge der Globalisierung von einer multinationalen Gesellschaft übergenommen. Danach konzentrierten wir uns auf den Reparaturbereich.“

Aus dieser schlimmen Situationen lernte man für die Zukunft. “Heutzutage ist alles besser geplant und analysiert. In den letzten Jahren haben wir unser Wissen, vor allem im technischen Bereich, verbessert. Wir wissen genau, dass nichts wie früher sein kann, aber die Krise konnte nicht für immer bleiben und deshalb wollten wir für die Zeit danach vorbereitet sein.

Unternehmer zu sein, ist keine leichte Aufgabe. Viele kleine Unternehmer haben ihr Eigenkapital verwendet, um ihr Unternehmen zu unterstützen. Es gibt einen Moment, in dem der einzelne Unternehmer erkennt, dass er sich allein nicht weiterentwickeln kann, da es zu viele Probleme gibt, die er nicht allein lösen kann. Er muss sich einer Vereinigung anschließen, die zugleich seine Interessen verteidigt.“

 

Auszüge des Interviews veröffentlicht in “Empresarios con Valor”

 ©Antonio Travería
 ©Mª José Merino

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