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“Die politische Arbeit begeistert mich nach wie vor”, Jaume Porsell (Bügermeister der Gemeinde Andratx)

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ibwirtschaft.com - lunes, 8 de mayo 2017 | 6:00 Hrs.

 

Seit Juni 2015 ist Jaume Porsell (PP) Bürgermeister der Gemeinde Andratx im Südwesten Mallorcas. Bevor er das Ruder im kommenden Monat an seine Kollegin Katia Rouarch (PI) übergibt, sprach er im Interview über die vergangenen 23 Monate Amtszeit, laufende Projekte und seine Pläne für die Zukunft.

Fast zwei Jahre Amtszeit liegen hinter ihnen. An wie vielen Tagen haben sie ihre Entscheidung, als Bürgermeister zu kandidieren, schon bereut?

Nicht an einem einzigen Tag. Die politische Arbeit begeistert mich nach wie vor, gerade weil sie mich jeden Tag vor neue Herausforderungen stellt. Wenn ich im Juni das Bürgermeisteramt an meine Kollegin Katia Rouarch übergebe, werde ich unserer Gemeinde als stellvertretender Bürgermeister und Gemeinderat für Stadtentwicklung auch weiterhin zur Verfügung stehen.

Bei unserem letzten Gespräch erwähnten sie die gute wirtschaftliche Lage der Gemeinde Andratx. Wie sieht es damit heute aus?

Die wirtschaftliche Lage ist nach wie vor sehr gut. Unsere Abteilung für Wirtschaft und Finanzen unter der Leitung von Stadträtin Estefania Gonzalvo (PP) hat eines der erklärten Ziele der aktuellen Legislaturperiode erreicht: Andratx ist schuldenfrei und gehört damit zu den finanziell gesündesten Gemeinden des ganzen Landes. Sämtliche Verbindlichkeiten konnten abgelöst werden und wir konnten – bereits im fünften Jahr in Folge – die Grundsteuer (IBI) senken, um unsere Gemeindemitglieder zu entlasten. Trotzdem können wir leider nicht so viel reinvestieren, wie wir es gerne täten. Die Bildung von Rücklagen ist gesetzlich von der Zentralregierung in Madrid vorgeschrieben.

Ein weiteres Großprojekt ist die Verlängerung der Calle Levante in Port d’Andratx zur Entlastung der Küstenstraße. Die Fertigstellung der Bauarbeiten mit einem veranschlagten Budget von 700.000 Euro war zum Beginn der Sommersaison avisiert…

Den Termin können wir halten, die Arbeiten gehen sehr gut voran. Die Verlängerung der Straße Levante wird eine direkte Ausfahrt aus den Urbanisationen „La Mola“, „Valleluz“ und „Marmassen“ ermöglichen. Des Weiteren haben wir dann die Möglichkeit, die Uferpromenade in Ausnahmefällen zeitweise für den Autoverkehr zu sperren. Das sorgt für mehr Sicherheit und Platz, zum Beispiel bei Stadtfesten und Märkten.

Apropos „La Mola“…Was ist mit den Arbeiten in der Urbanisation? Sollten die nicht schon lange abgeschlossen sein? Die Anwohner haben jetzt sogar die Online-Plattform „Vecinos de La Mola“ ins Leben gerufen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen…

Die Leute in meinem Umfeld wissen: Wenn sie mich darauf ansprechen, geht mein Puls hoch. Das ist eine sehr komplexe Geschichte, technisch und inhaltlich. Ich verstehe die Wut und Frustration der Anwohner sehr gut und habe dafür gesorgt, dass jetzt alles über meinen Tisch läuft. Auch nach dem Amtswechsel wird der Vorgang bei mir in meiner Funktion als Gemeinderat für Stadtentwicklung bleiben. Er ist seit 2012 einfach durch zu viele Hände gegangen…

Was die Beteiligten wirklich interessiert, ist der aktuelle Stand und wann es nun endlich mit den Arbeiten vorangeht…

Die anderen neun – bereits fertiggestellten – Urbanisationen aus dem im Jahre 2009 verabschiedeten Infrastrukturprojekt werden von dem zuständigen Ingenieur des Rathauses und den Technikern des mit den Arbeiten beauftragten Unternehmens Acciona nach und nach abgenommen. Leider haben wir von Seiten des Rathauses nur einen Mann zur Verfügung, so wurde es damals vertraglich festgelegt. Sind alle anderen Urbanisationen abgenommen und abgerechnet, muss ein Änderungsentwurf des Vertrages inklusive einer Neuberechnung der Quoten seitens Acciona vorgelegt werden…

Welche anderen Projekte konnten in den vergangenen zwei Jahren realisiert werden und wo stehen die Lösungen noch aus?

Neben der Organisation vieler Veranstaltungen und Messen, wie zum Beispiel die „Fira de Energías Renovables” (Messe für erneuerbare Energie) konnten wir einiges für den Erhalt des Kulturerbes in unserer Gemeinde tun: Die Getreidemühle „Sa Planeta“, die bei einem Sturm 2012 teilweise zerstört wurde, wurde wieder instantgesetzt und erhielt ein neues Dach. Der Bau von 1784 gehört zu den wichtigsten Kulturdenkmälern der Region. Die Kosten wurden zu gleichen Teilen vom mallorquinischen Inselrat und der Gemeinde getragen. Auch die Restaurierungsarbeiten am „Torre de la Mola“ schreiten gut voran.

Und die laufenden Projekte?

Was zurzeit noch aussteht, sind die Aufräumarbeiten der ersten Linie in Port d’Andratx, und das nicht nur nach dem letzten großen Sturm. Generell wird die Pflege und Instandsetzung vernachlässigt. Wir haben die zuständige Hafenbehörde „Ports de les Illes Balears“ immer wieder aufgefordert, etwas zu unternehmen und unsere Unterstützung zugesagt. Unser Ziel ist die gemeinsame Verwaltung des Areals, damit unser schöner Hafen wieder das Erscheinungsbild bekommt, das er verdient. Seit Wochen erhalten wir Beschwerden über beschädigte Gehwege, Geländer und nicht entfernte Trümmer. Die Saluet-Brücke ist seit Wochen nicht begehbar. Ein unzumutbarer Zustand.

Die Entscheidung der zuständigen Behörde über die Rückverlegung der Bushaltestelle in Andratx von den Außenbezirken zurück ins Zentrum steht ebenfalls noch aus. Die Einzelhändler hatten nach der Verlegung mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Hier wird es um die Abwägung Pünktlicher Nahverkehr – Interessen der Einzelhändler gehen.

Vor Ihnen liegen zwei weitere Jahre Amtszeit als stellvertretender Bürgermeister und Gemeinderat für Stadtentwicklung. Werden Sie danach der Politik erhalten bleiben?

Ich glaube, es war Winston Churchill, der einmal sagte „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Wenn ich eines gelernt habe während meiner politischen Laufbahn, dann, dass in der Politik alles passieren kann.

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