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Daniel Lacalle: “Der Tourismus ist die Visitenkarte unserer Wirtschaft”

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ibwirtschaft.com - Miércoles, 15 de Marzo 2017 | 7:00 Hrs.

 

Nach einer langen Karriere mit Fokus auf den Hauptaufgabenbereichen großer Unternehmen sowie im Portfolio-Management und nach der Veröffentlichung mehrerer Bücher, ist der Ökonom Daniel Lacalle jetzt ein bekanntes Gesicht in den Medien, für die er regelmäßig Analysen zu sehr verschiedenen Themen erstellt. Wir hatten die Gelegenheit, mit ihm über einige Themen zu sprechen, die für potenzielle Investoren auf Mallorca von großem Interesse sind.

Welche Wachstumsperspektiven erwarten Sie nach der Krise für den Immobilienmarkt, insbesondere auf internationaler Ebene?

Der Immobilienmarkt hat eine notwendige und gesunde Korrektur vollzogen, nach einer in einer globalen Wirtschaft unvergleichlichen Blase, zumal diese zeitweise bis zu 12% des BIP darstellte. Daher muss das Wachstum nun durch den Mehrwert erreicht werden, da es in Spanien noch Hunderttausende von unverkauften Wohnungen gibt.

Man muss verstehen, dass der Immobiliensektor nicht auf jene Elemente zählen kann, die dazu führten, dass dieser sich von der Realität von Angebot und Nachfrage befreit hatte. Aber das ändert nichts daran, dass ein riesiges Potenzial auf diesem Sektor besteht, der sich vom auf Volumen bedachten Raubbaumodell der Bauträger verabschiedet, und sich auf einen Mehrwert, Qualität und der Befriedigung von klaren Kundenbedürfnissen konzentriert. Jedem Unternehmen, das sein Geschäft so gestaltet, wie das vor der verrückten Verschuldungswelle üblich war, werden sich Erfolgsmöglichkeiten auftun.

Was denken Sie über die Reaktivierung dieses Marktes durch die REIT?

Die REIT sind ein wesentlicher Faktor für die Reaktivierung eines Marktes gewesen, auf dem sich durch das Platzen der Blase klare, ja schnäppchenhafte Möglichkeiten auftaten, mit Aktivposten von hoher Qualität. Diese REIT haben sich jedoch stark vermehrt und nicht alle haben ein klares Wachstumsmodell. Ich denke, dass diejenigen, die sich auf sehr spezielle Nischensektoren auf einem ihnen gut bekannten Markt konzentrieren auch langfristig gute Möglichkeiten haben werden. Aber wir müssen selektiv sein und gute Manager auswählen, mit klaren Projekten und einer deutlichen Vorgeschichte mit attraktiven Transaktionen.

Was glauben Sie, sind die Stärken und Schwächen der Balearen als Investitionsstandort im Vergleich zu seinen Konkurrenten im Mittelmeerraum?

Ihre grösste Schwäche ist ohne Zweifel die Langwierigkeit der Bürokratie und Verwaltung, sowie ein Steuer- und Regelsystem, das sich als investitionslähmend erweist und die konkurrierenden Märkte ignoriert.

Ihre Stärke ist ein umfassendes Tourismus- und Kulturangebot. Ein enormes Potenzial zur Umwandlung eines Tourismussektors, der Qualität und Mehrwert noch steigern kann. Ein weiterer wichtiger Vorteil sind ein stark diversifizierter Dienstleistungssektor mit hervorragende Fachleuten im Bereich Anwaltschaft, Beratung und Finanzberatung. Abschließend ist sein großartiger Exportgeist sein enormes Anbindungspotenzial an die am schnellsten wachsenden Länder zu nennen.

Auf den Balearen wird immer wieder die Frage der Diversifizierung der Wirtschaft aufgeworfen. Was ist Ihrer Meinung nach der Schlüssel, um diese zu erreichen?

Es mag seltsam erscheinen, aber es ist genau der Tourismussektor, der die Veränderung des Wachstumsmusters mit sich bringt. Auf den Balearen hat sich gezeigt, dass der politische Dirigismus und die Subventionierung in den letzten 25 Jahren nicht zu diesem Wandel beigetragen haben. Wir sollten den Tourismus nicht verteufeln und begreifen, dass er die Säule und das Sprungbrett dafür darstellt, dass viel mehr Firmen verschiedener Sektoren sich auf den Balearen ausbreiten, da diese Unternehmer hier gute Infrastrukturen, hochwertige Dienstleistungen und eine gute Anbindung an den Rest der Welt vorfinden und – bei Bereitstellung eines unternehmerfreundlichen Umfeldes – ihnen all diese Vorteile deutlich werden, die der Tourismus diesbezüglich geschaffen hat.

Aus diesem Grund ist der Tourismus als die Visitenkarte unserer Wirtschaft anzusehen und wir sollten die Gründung und Ansiedlung neuer Unternehmen mit höherem Mehrwert erleichtern, ausgehend von einem attraktiven Steuer- und Verwaltungssystem und nicht durch einen – wie ich das nenne – “bürokratischen Tsunami”.

Quelle: Magazin Invest in Mallorca

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