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Verbraucherschutz: Online-Anbieter bündeln ihr Vorgehen gegen gefährliche Produkte

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ibwirtschaft.com - domingo, 19 de marzo 2017 | 7:00 Hrs.

 

Die Insellage der Balearen führt dazu, dass mehrheitlich Produkte aus dem Internet bestellt werden. Doch hier gab und gibt es – gerade bei Bestellungen aus Drittländern – eine Grauzone. Was tun, wenn das günstige Hörgerät aus China Allergien verursacht? Oder die neue, sprechende Puppe der Tochter abfackelt? Unter anderem für solche Fälle hat die Europäische Union das „Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte“ eingeführt.

Jetzt hat die Kommission ihren jüngsten Bericht über das Schnellwarnsystem vorgestellt und der ist durchaus positiv: 2016 wurden über das Schnellwarnsystem von den zuständigen nationalen Behörden mehr als 2044 Warnungen vor gefährlichen Produkten übermittelt. Sie führten zu 3824 Folgemaßnahmen, beispielsweise zu Produktrückrufen. Insgesamt war die Zahl der Folgemaßnahmen mehr als doppelt so hoch wie in den Vorjahren. Daran wird deutlich, dass die nationalen Behörden Warnmeldungen rascher nachgehen und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Verbrauchersicherheit zu verbessern.

Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, erklärte dazu: „Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen vor gefährlichen Produkten geschützt werden. Dieser Schutz muss sowohl online als auch offline greifen. Deswegen begrüße ich, dass wir uns mit Amazon, Ebay und Alibaba geeinigt haben, gemeinsam auf eine Entfernung von über das Schnellwarnsystem gemeldeten Produkten von ihren Webseiten hinzuwirken, und rufe andere Anbieter auf, diesem Beispiel zu folgen. Positiv zu vermerken ist auch, dass wir in Bezug auf China einige Fortschritte erzielt haben und die Zahl der von dort eingeführten gefährlichen Produkte in diesem Jahr zurückgegangen ist. Daran wird deutlich, dass unsere Zusammenarbeit mit China und unser kontinuierliches Eintreten für ein hohes Schutzniveau Wirkung zeigt.“ 

Von welchen Produkten gehen die größten Risiken aus?

2016 entfiel die größte Anzahl an Warnmeldungen auf Spielzeuge (26 %), gefolgt von Kraftfahrzeugen sowie Bekleidungs-, Textil- und Modeartikeln (13 %).

Bei den gemeldeten Risiken lagen 2016 die Verletzungsrisiken an erster Stelle (25 %), gefolgt von chemischen Risiken (23 %).

Aus welchen Ländern stammten die gefährlichen Produkte im Jahr 2016?

Die meisten gemeldeten gefährlichen Produkte stammten aus Ländern außerhalb der EU. In 53 Prozent der Fälle (1069 Produkte) wurde China als Herkunftsland angegeben. Die Zahl der Warnungen von Produkten aus der Volksrepublik China ging um 9 Prozentpunkte von 62 Prozent im Jahr 2015 auf 53 Prozent im Jahr 2016 zurück.

In 488 Fällen (23 %) kamen gefährliche Produkte aus Europa.

102 Meldungen (5 %) betrafen Produkte aus den USA und 53 Meldungen (2,6 %) Produkte aus der Türkei. In 158 Fällen (8 %) ist die Herkunft unbekannt.

Hintergrund

Über das Schnellwarnsystem können seit 2003 Informationen über gefährliche Non-food-Erzeugnisse, die irgendwo in Europa vom Markt genommen bzw. zurückgerufen wurden, schnell zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission ausgetauscht werden. Dies wiederum ermöglicht, dass EU-weit geeignete Folgemaßnahmen (Verbot/Einstellung des Verkaufs, Rücknahme, Rückruf oder Einfuhrverweigerung durch die Zollbehörden) ergriffen werden können.

31 Länder (alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) nehmen derzeit am System teil. Das Schnellwarnsystem funktioniert dank der täglichen, kontinuierlichen engen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.

Das Schnellwarnsystem verfügt über eine öffentliche Webseite (Rapid-Alert-System), auf der die Warnmeldungen der am System beteiligten nationalen Behörden wöchentlich aktualisiert werden. Jede Woche werden rund 50 Warnmeldungen registriert und im Internet veröffentlicht. Die Meldungen sind der Öffentlichkeit zugänglich. Verbraucher und Unternehmen können inzwischen auch auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Benachrichtigungen über neue Warnmeldungen abonnieren und Warnungen über die sozialen Medien weitergeben.

 

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