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Andratx sagt Nein zur Gewalt gegen Frauen

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ibeconomia.com - sábado, 25 de noviembre 2017 | 12:32 Hrs.

Zum internationalen Tag der Gewaltlosigkeit fanden weltweit Kundgebungen und Manifestationen statt, um das Bewusstsein für das Problem auf lokaler und internationaler Ebene zu schärfen.

Auf Mallorca zeigte sich letztes Wochenende besonders die Gemeinde Andratx aktiv und veranstaltete einen Solidaritätsmarsch mit dem Motto: Es reicht! Nein zur geschlechterspezifischen Gewalt!

Mehr als 400 Menschen kamen hierfür zusammen, viele davon bekleidet mit einem rosa T-Shirt und dem Slogan ‘Andratx da la cara – Andratx zeigt Gesicht’.

Bürgermeisterin Katia Rouarch führte den Marsch an und Erwachsene und Kinder füllten die Straßen mit viel Leben und rosa Farbe.
Organisatorin Xisca Castell zeigte sich begeistert und hoffnungsvoll: “Wir sind sehr glücklich über die zahlreichen Teilnahme. Wenn so viele Menschen diese wichtige Botschaft gegen geschlechterspezifische Gewalt weiterhin weltweit auf eine so friedliche und effektive Art verbreiten, besteht vielleicht doch noch Hoffnung, dass dieses traurige Thema irgendwann ein Ende findet.”

Eine von drei Frauen in der EU hat seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren, 75 Prozent der berufs- oder in Führungspositionen tätigen Frauen sind in ihrem Leben sexuell belästigt worden und jede zehnte Frau ist Opfer sexueller Belästigung oder von Stalking durch neue Technologien geworden. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) durchgeführt worden ist. Allein im Jahr 2015, das letzte Jahr, für das vollständige Daten vorliegen, wurden etwa 215 000 Sexualverbrechen in der EU gemeldet.

Am Samstag, den 25. November, am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, wird das EU-Parlamentsgebäude in Brüssel als Teil der “Orange the World”-Kampagne in Orange erstrahlen. Die Farbe Orange soll eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen symbolisieren.
Die Istanbul-Konvention

Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen traf der Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter diese Woche mit Vertretern der nationalen Parlamente zusammen, um die Ratifizierung und Überwachung der Istanbul-Konvention des Europarates zu debattieren.

Die Istanbul-Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ist der umfassendste internationale Vertrag und das erste rechtsverbindliche Instrument, das geschlechtsspezifische Gewalt kriminalisiert und Sanktionen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Straflosigkeit bei geschlechtsspezifischer Gewalt, zur Verbrechensverhütung und zum Schutz der Opfer vorsieht.

Die Istanbul-Konvention ist am 1. August 2014 in Kraft getreten. Obwohl alle EU-Mitgliedstaaten die Konvention im Juni 2017 unterzeichnet haben, haben bisher nur siebzehn Länder die Konvention ratifiziert.

Die Vorsitzende des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter, Vilija Blinkevičiūtė (S&D) aus Litauen, eröffnete die Debatte am 21. November und sagte: “Das Europäische Parlament ist der Ansicht, dass der Beitritt zur Konvention ein sehr wichtiger Schritt ist.”

Die Direktorin des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE), Virginija Langbakk, hob in ihrem Vortrag auf der Podiumsdiskussion die Notwendigkeit des politischen Engagements hervor: “Wir brauchen politisches Engagement […] Die Kampagne #MeToo zeigt, dass, wenn heute eine solche Umfrage durchgeführt würde, die Offenlegungsquote viel höher wäre.”
Blandine Mollard, Forschungsbeauftragte beim Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen, sprach über die Notwendigkeit, offen zu sprechen: “Fast jedes zweite Opfer in der EU hat seine Erfahrungen mit Gewalt niemandem mitgeteilt.”

Jacqui Hunt, Direktorin des Europa-Büros von Equality Now, sagte: “Wir müssen uns auf die Täter konzentrieren, aber Frauen nicht eine untergeordnete Position zuordnen.”

#MeToo
Der Skandal um den Filmproduzenten Harvey Weinstein und die Online-Kampagne unter dem Hashtag #MeToo (“Ich auch”), in deren Rahmen Frauen ihre persönlichen Erfahrungen über sexuelle Belästigung und Missbrauch teilen, haben weltweit eine beispiellose Aufmerksamkeit für dieses sehr schwierige Thema geschaffen. Sexuelle Übergriffe sind allgegenwärtig und viele Vorfälle werden nicht gemeldet. Während der Plenartagung im Oktober debattierten die EU-Abgeordneten über die bereits existierenden Maßnahmen beziehungsweise über Maßnahmen, die von der EU ergriffen werden sollten, um sexuelle Belästigung und Missbrauch zu verhindern und bekämpfen.


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